Presseberichte über und um die Pfarre Walhorn

Bewegende Eucharistie mit über 20 Geistlichen zum Abschluss des Treffens
»Sie sind das Salz, das Licht!«
 

Zelebrierten die Eucharistie gemeinsam (v.l.n.r.): Kardinal Godfried Danneels, Bischof Aloys Jousten und Bischofsvikar François Palm.

Bis auf den letzten Platz war die Pfarrkirche gefüllt. Um allen Gläubigen einen Sitzplatz bieten zu können, hatten die Organisatoren neben der Kirche ein Zelt aufgebaut, in dem die Messfeier auf Leinwand gezeigt wurde. Vorne im Bild Mit-Initiator Claude Theiss.

St.Vith
 

Auch wenn nach einem langen und bewegten Tag alle langsam ein wenig müde wurden und zudem die Feier noch mit einer guten halben Stunde Verspätung anfing – die abschließende Eucharistie in der St.Vither Pfarrkirche sollte zum Höhepunkt des Katholikentreffens werden. Dicht drängten sich die 1400 Teilnehmer in die Sitzreihen und auf zusätzlichen Bänken in den Seitengängen.

Ein Zelt neben der Kirche, in dem der Gottesdienst auf Leinwand übertragen wurde, war von den Organisatoren gut gemeint, aber augenscheinlich »zweite Wahl« bei den Besuchern: Man wollte dabei sein, das Erlebnis mit den anderen Katholiken teilen. Und da nahmen viele eher einen Stehplatz in Kauf als vor einer der Leinwand zu sitzen.

Die gesamte katholische Geistlichkeit aus Ostbelgien sollte die Messfeier am Altar begleiten. Zelebranten im Mittelpunkt der fast zweistündigen, bewegenden Feier waren jedoch Kardinal Godfried Danneels, Bischof Aloys Jousten und Bischofsvikar François Palm, die alle drei sichtbar unter den Eindrücken des Tages standen.

Reich beschenkt

»Wir sind heute reich beschenkt worden«, wandte sich der Bischof zu Beginn der Feier an seine Mitchristen und hoffte für jeden Einzelnen, dass er ein Stück dieser Begeisterung mit in den Alltag nehmen könne. »Unser Leben sei ein Fest« sang die Gemeinschaft. Das »Fest« Katholikentreffen wurde indes per Diamontage auf einer großen Leinwand Revue passieren gelassen, bevor der Bischof sich erneut an die Gläubigen wandte.

Wie auch während des ganzen Tagesprogramms standen in seiner Predigt nicht Verbote und Zwänge im Mittelpunkt, sondern die Liebe Gottes zu jedem Einzelnen, das Gottvertrauen und die Freude am Glauben. »Wir sind Schwestern und Brüder, auserwählte Heilige, jeder auf seine Art«, ließ der Bischof die Anwesenden wissen und zeigte sich noch einmal sehr erfreut über das »Zeichen einer etwas überraschenden Lebendigkeit«, das die gesamte Veranstaltung gesetzt hatte. Sehr konkrete Zeichen setzten im Laufe der Messfeier die Teilnehmer der Ateliers »Liturgischer Tanz« und »Meditativer Tanz« mit ihren Darbietungen sowie der Chor der Teilnehmer am Atelier »Miteinander singen«.

Zeichen des Glaubens, d.h. Brot und Wein, Kerzen und Kreuze brachte ein langer Zug von Kindern zur Gabenbereitung zum Altar. »Sie haben viel Geduld bewiesen und lange auf diesen Moment gewartet«, lobte Mit-Initiator Claude Theiss das Engagement der Kinder.

Vor dem Altarraum nahm der Bischof ihre Zeichen erfreut in Empfang und hatte für viele kleine Christen ein freundliches Wort oder eine kleine Geste übrig.

Erst nach der heiligen Kommunion wandte sich ein müder, aber ergriffener Kardinal Danneels abschließend noch einmal an die ostbelgischen Katholiken. Er sagte wenig, aber er traf den Kern: »Ich möchte Ihnen danken für diesen schönen Tag. Es ist sehr wichtig, dass wir Christen uns treffen, wir müssen zusammenkommen. Und ich möchte Ihnen sagen: Sie sind das Licht, Sie sind das Salz – auch wenn draußen die Welt weitergeht.« Dies war dann auch einer der seltenen Momente, in denen zum Abschluss einer Messfeier laut und herzlich applaudiert wurde.

Letzte Wort der Kinder

Das allerletzte Wort vor dem Schlusssegen, den Bischof Jousten und Kardinal Danneels gemeinsam spendeten, hatten aber die Kinder, die sich mit ihrer Botschaft zunächst an die Priester und dann an die Gläubigen wandten: »Tragt nach Hause Gottes Segen! Tragt nach Hause Gottes Leben! Tragt nach Hause Gottes Licht und vergesst die Freude nicht!« gaben sie allen mit auf den Weg nach diesem langen, ereignisreichen Tag – und trotz aller Müdigkeit konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Botschaft noch ankam.

aus dem Grenz-Echo vom 11.10.04   nach oben

Podiumsgespräch sehr alltagsnah gestaltet
Vom Glauben im Alltag und Frauen in der Kirche
St.Vith
 

Es waren wohl vor allen Dingen die Zeugnisse praktizierender Christen, die das Podiumsgespräch in der Turnhalle des Maria-Goretti-Instituts am Samstagnachmittag zu einem sehr alltagsnahen, konkreten Austausch machten – dabei war der Austausch so intensiv, dass sowohl Podium als auch Publikum fast die Zeit vergaßen und gerade einmal die Hälfte des Programms vorbei war, als es eigentlich schon Zeit war, sich in Richtung Kirche zu bewegen. Kurzerhand entschieden die Veranstalter, die Eucharistie ein wenig nach hinten zu verschieben und den Austausch noch zu verlängern.

Acht praktizierende Christen aus ganz unterschiedlichen Bereichen hatten für das Gespräch mit den Vertretern der Amtskirche und mit Pädagogen Zeugnisse ihres Glaubens vorbereitet und ganz konkrete Fragen an das Podium mitgebracht.

Sie trugen so stellvertretend für die 1400 anwesenden Zuhörer vor, was den Katholiken in Ostbelgien unter den Nägeln brennt: Appollonia und Lothar Trantes aus Galhausen sprachen über ihr Familienleben und ihre Paarbeziehung im Zeichen des christlichen Glaubens, Marie-Astrid Schneiders aus Neidingen legte Zeugnis ab, wie schwierig es als junger Mensch ist, Glauben zu praktizieren und seinen Platz in der ostbelgischen Kirche zu finden. Thomas Pankert, Direktor des Zentrums für Aus- und Weiterbildung des Mittelstandes in Eupen, sprach über seine Erfahrungen im Themenkreis »Jugend und Beruf«, Andrea Pip aus Rodt drückte ihren Ärger über die Rolle der Frau in der katholischen Amtskirche sowie ihre Sorge um den Nachwuchs an Seelsorgern aus – und erntete dafür tosenden Applaus.

Irmgard Braun aus Eupen und Emil Rixen aus St.Vith berichteten über ihr aktives Christsein bei den karitativen Vereinigungen »Glaube und Licht« bzw. bei der Caritas und konfrontierten das Podium mit der Frage der Integration benachteiligter Bevölkerungsgruppen in die katholische Kirche.

Pater Peter Mertes schließlich hielt ein Plädoyer für die Notwendigkeit der Stille und des Hörens und rief vor allem auch die Kirche dazu auf, das offene Ohr für ihre Anhänger nicht zu verlieren. Letzter Zeuge war schließlich der Religionslehrer und Kirchenmusiker Heinz Piront aus Amel, der auf die Bedeutung der Musik in der Liturgie einging und auch die Frage nach neuen Liedern in den ostbelgischen Kirchen aufwarf . (pf)

aus dem Grenz-Echo vom 11.10.04   nach oben

 

Auf der Webseite der ostbelgischen Katholiken
600 Fotos im Internet
St.Vith/Weywertz

Auf der Webseite der Katholischen Kirche Ostbelgiens gibt es eine umfangreiche Fotogalerie zum Katholikentreffen. Auf rund 600 Aufnahmen sind Impressionen festgehalten. Die Links lauten:
http://www.catho.be/paroisses/liege/MicWe9982/test/html/Galerien/Fototagebuch04/KatholikentreffenVor/index.htm
http://www.catho.be/paroisses/liege/MicWe9982/test/html/Galerien/Fototagebuch04/KathoTreffNa/index.htm.
 

Initiatoren und Ehrengäste gleichermaßen beeindruckend
Danneels: »Das tut gut«
 

Auch unkonventionelle Wege wurden zum Katholikentreffen beschritten: Zum Rückblick per Leinwand im Rahmen der Eucharistie versammelten sich die Priester im Altarraum.

St.Vith
 

»Ich bin überwältigt. Das tut einfach gut«, freute sich Kardinal Godfried Danneels am Mittag über die enthusiastische, offene Stimmung, die beim ersten ostbelgischen Katholikentreffen in St.Vith herrschte.

Auch Bischofsvikar François Palm, der mit zu den Initiatoren – dem ostbelgischen Seelsorgerat – gehörte sowie Bischof Aloys Jousten strahlten, als sie sich zwischen Ateliers, Podiumsgespräch und Eucharistie (siehe auch Seiten 12 und 13) ein wenig Zeit nahmen, um der Presse ihre Eindrücke mitzuteilen. »Das ist ein großer Erfolg, nicht nur zahlenmäßig«, brachte Aloys Jousten sein Empfinden auf den Punkt und sah sich nach dem Rundgang durch die einzelnen Arbeitsräume im Maria-Goretti-Institut und durch zahlreiche Gespräche darin bestärkt, dass in Ostbelgien der Glaube eine wichtige Rolle spielt.

»Es sind auch so viele junge, engagierte Erwachsene hier. Das ist eine sehr positive Erfahrung«, so der Bischof, der allerdings auch weiß, dass er dies nicht überall in seinem Bistum so erleben würde. »In der Deutschsprachigen Gemeinschaft gibt es 30 Prozent Kirchgänger. In anderen Landesteilen sind es vielleicht zehn Prozent.«

Auch die Form der Veranstaltung hat sicherlich dazu beigetragen, dass junge Leute sich angesprochen fühlten und der Tag zu einem Erlebnis wurde. François Palm zeigte sich sehr zufrieden mit der Vorarbeit: »Wir haben uns ganz bewusst gegen Referate entschieden, sondern diese aktive Form gewählt.« In den kommenden Wochen werde der Seelsorgerat »genauso viel Arbeit in die Nachbereitung wie im Vorfeld investieren«, kündigte der Bischofsvikar an. Sehr aufmerksam hätten die Mitglieder des Seelsorgerates das Geschehen vor Ort verfolgt und versucht zu ermitteln, wo konkrete Bedürfnisse der Katholiken in Ostbelgien liegen. »Wir müssen Menschen Gelegenheiten bieten, ihren Glauben zu teilen«, ist eine erste Schlussfolgerung, die François Palm aus dem großen Erfolg der Veranstaltung zieht. Dies soll aber keinesfalls heißen, dass es im nächsten Jahr wieder ein Katholikentreffen geben wird. Vielleicht werde es andere Initiativen, Impulse geben. Doch aus dem Katholikentreffen eine feste Institution zu machen, ist derzeit nicht beabsichtigt.

aus dem Grenz-Echo vom 11.10.04   nach oben

Teilnehmer des Katholikentreffens erarbeiten sich das Thema »Unsere Sendung: Zeichen sein« in 13 verschiedenen Ateliers
Nonnen an der Frittenbude und liturgischer Tanz
 
 


Eines von vielen Ateliers war dem liturgischen Tanz gewidmet. Bei der abschließenden Eucharistie führte die Gruppe das Erarbeitete vor.

St.Vith
 

Da sage noch einer, die Kirche sei weltfremd und habe mit dem normalen Alltag überhaupt nichts gemein. In einer St.Vither Frittenbude konnte am Samstagmittag das Gegenteil beobachtet werden. Zwei am Katholikentreffen teilnehmende Nonnen in ihrer Ordenstracht verbrachten ihre Pause nicht in der Maria-Goretti-Schule, sondern sie verspürten ganz offensichtlich einen Drang nach herzhafteren Speisen. Diese Szene verdeutlicht vielleicht am besten das Anliegen des Treffens: zeigen, dass Kirche heute nicht notwendig verstaubt und altertümlich sein muss.

Bereits bei der Einführungsveranstaltung in der Turnhalle war dem neutralen Beobachter angenehm aufgefallen, dass bei weitem nicht nur ältere Menschen der Einladung des Seelsorgerats gefolgt waren. Erfreulich viele Kinder und Jugendliche sorgten für ein buntes Bild, wenngleich ausgerechnet beim Singen von »Unser Leben sei ein Fest« der Exodus der jungen Teilnehmer einsetzte: Für sie wurde im Pfarrheim ein separates Programm angeboten.

Immerhin hatten auch sie zuvor noch den Worten von Bischofsvikar François Palm gelauscht, der den Rückzug des »Religiösen ins Private« beklagte und aufgrund dessen die Bedeutung eines Katholikentreffens hervorhob: »Die Begegnung mit vielen Christen stärkt unseren Glauben.« Seine Erklärung, die Kirche befinde sich im Umbruch, tätigte er am richtigen Ort, denn auch der Turnhalle der Maria-Goretti-Schule, wo der Putz von den nicht mehr ganz weißen Wänden abblättert, täte eine Sanierung gut.

In 13 Ateliers hatten die 1400 Teilnehmer des Katholikentreffens ab dem späten Vormittag die Gelegenheit, das übergeordnete Thema »Unsere Sendung: Zeichen sein« zu vertiefen. Sehr begehrt war dabei die Einführung in die Gefängnisseelsorge von Pastor Willy Lenssen, der wegen des großen Andrangs extra eine zweite Gruppe einrichten musste. »Wie es denn um die Moral der Häftlinge bestellt sei und ob denn alle das Angebot zum Gespräch wahrnehmen würden«, waren beliebte Fragen an den Hergenrather. Dirigent Hubert Schneider lud zum gemeinsamen Singen, während Regisseur Alfons Velz versuchte, mittels des Theaterspielens das Motto des Katholikentreffens auszudrücken.

Für manchen möglicherweise etwas gewöhnungsbedürftig war der von Schwester Wilma angebotene »Liturgische Tanz«. Zufall oder nicht, jedenfalls fand sich in der Gruppe kein einziger Mann, wie überhaupt die Frauen deutlich in der Mehrzahl waren. Dieser Umstand ist durchaus erwähnenswert, schließlich haben Frauen in der katholischen Kirche trotz mancher Verbesserungen weiterhin nicht allzu viel zu sagen. Aber zurück zum »Liturgischen Tanz«, wo man rechts seine Nachbarin trug und links selber getragen wurde. Alles mit dem Ziel, den Partner tänzerisch seiner Zuneigung zu versichern: »Ich bin geborgen in dir.«

Ein ähnliches Anliegen wurde im Atelier »Körperbilder mit Menschen gestalten« unter Anleitung von Isabelle Lazarus verfolgt. Die Teilnehmer stellten mit unterschiedlichen Gesten mehrere Bilder dar, den Idealzustand symbolisierten zwei sich zugewandte und an den Händen fassende Personen. Ebenfalls künstlerisch ausdrücken konnte man sich in einem Malatelier. Dort sollten die Eindrücke des Katholikentreffens auf Papier gebannt werden.

An so genannten Zeugnisständen wurden die Teilnehmer über christliche und karitative Einrichtungen in Ostbelgien informiert: von den Landfrauen über die Kevelaervereinigung bis zur Krankenhausseelsorge St.Vith. Am Stand der Weltläden lauschte beispielsweise Bischof Aloys Jousten interessiert den Ausführungen über fairen Handel und weshalb die Kakaobauern keinesfalls Spenden, sondern Hilfe zur Selbsthilfe erhielten.

Dergestalt verging der Vormittag wie im Flug und während die Ehrengäste zurückgezogen speisten, traf sich der »gemeine« Katholik mittags zum gemeinsamen Picknick auf dem Schulhof. (te)

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Rege Teilnahme
Thema Jugend im netecho-Chat
St.Vith/Eupen
 

Netecho, das Internet-Portal des Grenz-Echos, hatte im Vorfeld des Katholikentreffens am vergangenen Freitag einen Chat mit zwei der Initiatoren, Margit Hebertz und Claude Theiss, angeboten. Dabei kam vor allen Dingen das Thema »Jugend und Kirche« zur Sprache. Die jüngeren Teilnehmer des Chats äußerten im Gespräch mit Margit Hebertz vor allen Dingen die Befürchtung, dass das Katholikentreffen zu einer Nabelschau werde, bei der nur die positiven Aspekte der Kirche besprochen würden.

Kritische Themen wie Kirche und Politik oder Frau und Kirche sollten allerdings nicht außer Acht gelassen werden.

In einem zweiten Chat-Kanal »unterhielt« Claude Theiss sich mit Schülern über die Bedeutung von Kirche und Glaube in ihrem Leben. Hier verwiesen die Schüler auf ihre Erfahrungen im Religionsunterricht, der nicht immer ganz nach ihrem Geschmack gestaltet sei.

Sowohl Margit Hebertz als auch Claude Theiss betonten, dass ihnen sehr am Herzen liege, die jüngere Generationen positive Erfahrungen mit Kirche machen zu lassen und die Freude am Glauben zu erleben.

Insgesamt hatten sich 75 Jugendliche zum Katholikentreffen angemeldet, was von allen Chat-Teilnehmern positiv begrüßt wurde.

aus dem Grenz-Echo vom 11.10.04   nach oben

Das Frage- in ein Ausrufezeichen verwandeln
 

Mit 1400 Besuchern war die Sporthalle des Maria-Goretti-Instituts zur Eröffnung und zum Podiumsgespräch voll besetzt.

St.Vith
 

Eine Einleitung in das Thema des Katholikentreffens »Unsere Sendung: Zeichen sein« sollte Bischof Aloys Jousten geben, aber seine Ausführungen waren eher Fragestellungen, über die die insgesamt 1400 Teilnehmer intensiv nachdenken sollten.

Zunächst wies er bescheiden jegliche Verantwortung für die Organisation des Treffens weit von sich und bekannte sich einer »Unterlassungssünde« schuldig. Er habe nicht den Impuls zum ersten Katholikentreffen gegeben, vielmehr sei diese Initiative vom Seelsorgerat ausgegangen. Diesem Gremium sprach er ebenso seinen Dank aus (»Von ihm ist das Feuer ausgegangen«), wie er sich angenehm überrascht zeigte, dass die Turnhalle der Maria-Goretti-Schule bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Mut und Hoffnung

Das Logo des Katholikentreffens aufgreifend, verlieh Monsignore Jousten seiner Hoffnung Ausdruck, am Ende des Tages möge aus dem Frage- ein Ausrufezeichen geworden sein.

Letzteres setzte der Bischof bereits am frühen Vormittag, indem er den teilnehmenden Katholiken mit folgender Jesus-Legende Mut zusprach. Als Jesus in den Himmel auffuhr, hätten ihn die Engel gefragt, wie es denn nun auf der Erde weitergehe.

Er antwortete, seine Jünger würden sein Werk fortführen. »Hast du keinen anderen Plan?«, säten die Engel Zweifel. »Nein, ich habe keinen anderen Plan«, habe Jesus erklärt.

Diese mutige Aussage sollten sich auch die Christen im 21. Jahrhundert nach wie vor zum Vorbild nehmen. Als Christ sei man dazu aufgerufen, Zeichen zu sein, fuhr Jousten fort. »Wir Christen sind von Gott dreifach beschenkt worden: Vom Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist.« Gott spreche uns immer mit unserem Namen an und dieser mache die Einzigartigkeit jedes Menschen aus.

Er, Bischof Jousten, führe diese Tradition bei der Feier der Sakramente Taufe und Firmung weiter. »Aus diesem Grund spreche ich noch heute, wenn ich Firmungen vornehme, die Jugendlichen stets mit ihrem Namen an, denn wir sind Kinder Gottes.« Dass die Christen eine Familie bildeten, habe bereits Paulus im Korintherbrief festgestellt, als er schrieb »Wir sind ein Leib«. Die Kirche sei das sichtbare Volk Gottes und dieses Volk habe die Sendung erhalten, seinen »Plan« zu verwirklichen.

In diesem Sinne sei Jesus Christus auch unserer Bruder geworden und als Christ sei man dazu aufgerufen, die ihm von seinem Vater anvertraute Sendung weiterzuführen. Der Heilige Geist sei schließlich lange Zeit der Vergessene in der Kirche gewesen und erst wieder vom letzten Konzil in den Mittelpunkt gerückt worden. »Der Heilige Geist wohnt in unseren Herzen, er ist die treibende Kraft«, unterstrich der Bischof die Dreifaltigkeit Gottes.

Er wünsche sich deshalb, dass auch in der heutigen Zeit wieder mehr Christen die Frage »Bist du ein Beschenkter« mutig bejahten. Wenn dies der Fall sei, komme der nächste Schritt von selbst, verdeutlichte Jousten und beantwortete die Frage, was die Christen tun sollten, mit einer weiteren Trias: »Glaube, Hoffnung, Liebe.«

Wer glaube, dass Gott ihn liebt und ihm Vertrauen schenkt, dessen Leben erfahre eine neue Dimension: die des Glaubens. »Trotz aller Gewaltausbrüche in unserer zerrissenen Welt, müssen wir Christen weiter Hoffnung haben«, richtete Bischof Jousten einen leidenschaftlichen Appell an die Teilnehmer in St.Vith. Es sei weiterhin die Aufgabe, das Geschenk der Liebe weiterzugeben und mitzuhelfen, eine würdigere Welt mitzubauen. Kirche bedeute nicht nur, Nahrung für seinen eigenen Glauben zu erhalten, sondern außerdem Nahrung für andere zu sein.

Seelsorge im Alltag

Dies sei heute nicht mehr so einfach, denn in den vergangenen Jahrzehnten habe sich viel verändert und die Welt sei nicht mehr nur eine christliche, räumte Jousten ein. Aber die Sendung habe sich nicht verändert, denn nach wie vor sei es die Aufgabe eines Christen, »dem Evangelium ein Gesicht zu geben«.

Diese Seelsorge müsse gleichwohl nicht immer in einem kirchlichen Raum stattfinden, einem anderen Menschen Zuwendung zu geben, könne vielleicht noch wesentlich häufiger im Alltag stattfinden: »Sie taucht in keiner Arbeitsstundenabrechnung auf«, schloss der Bischof.

aus dem Grenz-Echo vom 11.10.04   nach oben


Pfarrer François Palm löste Wettschuld ein Am gestrigen ersten Schultag löste der Walhorner Pfarrer François Palm seine Wettschuld von der Walhorner Kirmes Anfang August ein. Bekanntlich hatte die dortige Kirmes in diesem Jahr als große Attraktion die ostbelgische Ausgabe der bekannten Show »Walhorn wettet dass...« angeboten.

Zwar hatte der Pastor als Wettpate seine Wette gewonnen, da Hubert Beckers einen 25 Zentimeter langen Spieß in seinem Hals verschwinden ließ, aber dennoch löste er am Montag Vormittag seinen Wetteinsatz ein. Am Zebrastreifen vor der Walhorner Gemeindeschule dürften Schüler und Eltern am ersten Schultag nicht schlecht gestaunt haben, wer dort als Schülerlotse verkleidet den Verkehr regelte. Fachmännisch ausgerüstet mit der entsprechenden Kelle sorgte Palm gemeinsam mit Schulleiter Jean-Marie Richter dafür, dass die Kinder sicher die Straße überqueren konnten.

aus dem Grenz-Echo von Dienstag, den 02.09.03


Unvergessliches Erlebnis in Kathedrale von Paris
Gesangverein Walhorn sang in Notre-Dame
 
Walhorn

Ein unvergessliches Erlebnis war der Auftritt des Kgl. St. Cäcilien Gesangverein Walhorn in der Kathedrale Notre-Dame de Paris bei seiner Chorfahrt die den Verein am vergangenen Christi-Himmelfahrtwochenende in die französische Hauptstadt geführt hat.

Der Chor folgte damit einer Einladung der »Musique Sacrée à Notre-Dame de Paris«. Am Freitag Morgen ging die Fahrt per Autobus Richtung Frankreich wo Paris um die Mittagszeit erreicht wurde. Nachmittags stand dann eine Stadtrundfahrt auf dem Programm. Unter der sachkundigen Führung einer Fremdenführerin wurden die großen Sehenswürdigkeiten der Stadt angefahren. Am Samstag Vormittag war zunächst die Besichtigung des Eiffel-Turms vorgesehen. Hier bot sich ein herrlicher Ausblick über die gesamte Seine-Metropole. Im Nachmittag fand dann der erste Auftritt in der Kathedrale Notre-Dame de Paris in Form einer öffentlichen Probe statt. Hier wurden neben den Werken die für die Messe am folgenden Sonntag vorgesehen waren noch weitere Negro-Sprirituals und geistliche Werke aus dem umfangreichen Repertoire vor einer großen Anzahl aufmerksamer Besucher der Kathedrale gesungen. Es folgte eine Fahrt zum Mont-Martre mit Besichtigung der Sacré-Coeur Basilika. Auf den Stufen der großen Treppe vor der Basilika trug der Chor spontan mehrere Werke vor, was von den zahlreich anwesenden Touristen begeistert aufgenommen wurde.

Chor gestaltete Messe in der Kathedrale

Am Sonntagmorgen gestaltete der Chor die Internationale Messe in dem prächtigen Gotteshaus welches im Zentrum von Paris auf der Ile de la Cité gelegen ist. Allein die Größe der Kathedrale macht schon einen mächtigen Eindruck auf einen jeden der vor ihr steht. Noch überwältigender ist der Eindruck im Innern mit einer Länge von mehr als 120 Meter und seinen gewaltigen weltweit bekannten Kirchenfenstern. Es ist schon ein Privileg in einem solchen Gotteshaus singen zu dürfen und auch Räume wie die weitläufige Sakristei oder das Kellergewölbe, die normalen Besuchern verwehrt bleiben, betreten zu dürfen. Zum Einzug wurde das Ave Maria von da Vittoria gesungen, es folgten Exultate Justi von Viadana, sowie Kyrie, Sanctus Benedictus und Agnus Dei aus der Messe in C von J. K. Aiblinger. Zum Abschluss erklang das Ubi Caritas von Duruflé.

Traditioneller Auszug mit den Priestern

Entsprechend der Tradition erfolgte der Auszug zum Ende des Gottesdienstes gemeinsam mit den Priestern und Messdienern bis zur Mitte des Mittelschiffes bevor es dann durch das rechte Seitenschiff wieder zurück zur Sakristei ging. Beim Auszug wurde der Chor mit viel Applaus von den Anwesenden bedacht die das Mittelschiff an diesem Sonntag bis auf den letzten Platz gefüllt hatten. Noch ganz von dem Erlebten beeindruckt und von der Atmosphäre der Kathedrale Notre-Dame de Paris beseelt wurde nach einem gemeinsamen Mittagessen in direkter Nachbarschaft zur Kathedrale die Rückreise nach Walhorn angetreten. Diese Reise wird sicher unvergessen bleiben.


Der Kgl. St. Cäcilien Gesangverein Walhorn sang in der Kathedrale Notre-Dame de Paris und stellte sich vor einem weiteren unverwechselbaren Symbol der Stadt der Liebe, dem EIffel-Turm zu einem Erinnerungsfoto.

aus dem Grenz-Echo vom 05.06.03

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Konzert an der Müllerorgel
Fremde Bilder und vertraute Klänge
 
Am vergangen Sonntag fand in der Walhorner Pfarrkirche St. Stephanus das zweite Konzert an der historischen Müllerorgel statt. Gestaltet wurde es durch den Tenor Serge Bosch und die Organistin Murielle Weyckmans-Stommen. Die Kirche war nur dürftig besetzt, als Murielle Weyckmans-Stommen das Konzert mit Werken von Hans-Friedrich Micheelsen, Flor Peeters und Johann Sebastian Bach interpretierte.

Bei der Kirchenarie erfüllte der gebürtige Kelmiser Tenor Serge Bosch die Kirche mit seiner gehaltvollen Stimme.

Zeitgleich wurden auf einer im Chorraum installierten Leinwand Bilder von Waisenkindern aus Kalkutta gezeigt. Gebannt schauten die Besucher des Konzerts auf die Bilder aus der Fremde, während sie interessiert den vertrauten Klängen lauschten.

So war es eine interessante Kombination, die dem Publikum in der Walhorner Kirche geboten wurde. Zwischen den einzelnen Stücken herrschte eine angenehme Ruhe, die zum Nachdenken verleiten konnte.

Auf dem Programm der beiden Künstler standen zudem Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart (»Ave verum corpus«), Georg Friedrich Händel (»Largo«) und Georges Bizet (»Agnus Dei«). Am Ende des Konzertabends wurde eine Kollekte abgehalten.

Für die Veranstalter war der spärliche Publikumszuspruch zu diesem zweiten Konzert der Reihe sicherlich eine Enttäuschung.

Der dritte und letzte Abend im Rahmen der Konzerte an der historischen Orgel am Pfingstsonntag, dem 8. Juni wird hoffentlich mit mehr Zuspruch belohnt. (buck)

Murielle Weckmans-Stommen und Serge Bosch gestalteten das zweite Konzert der Reihe an der historischen Müllerorgel.

aus dem Grenz-Echo vom 20.05.03   nach oben


Konzert an der historischen Orgel von Walhorn
Serge Bosch, Tenor, und Murielle Stommen, Orgel
 
Am Sonntag, 18. Mai um 19.30 Uhr, findet in der Walhorner Pfarrkirche St. Stephanus das zweite Konzert im Rahmen der Veranstaltungsreihe um die historische Orgel dieser Kirche statt. Dieses wird durch den Tenor Serge Bosch und die ostbelgische Organistin Murielle Stommen gestaltet. Der aus Kelmis gebürtige Tenor Serge Bosch machte seine Gesangsausbildung bei Professor Walter Meessen und ist seit 1996 Mitglied des Musik- und Schauspielensembles Lythea.

Seine Zuneigung gilt insbesondere dem klassischen italienischen Bel Canto. Die Organistin Marielle Stommen studierte am Kgl. Konservatorium von Lüttich, wo sie das »Diplôme supérieur« in Notenlehre sowie Abschlüsse in Methodologie, Orgel und praktischer Harmonielehre erlangte.

Lehrerin an der Musikakademie

Sie setzte ihre Studien fort in den Klassen von Anne Froidebise (Orgel) und Gerhard Sporken (Kontrapunkt). Ihre Interessen liegen sowohl auf dem Gebiet der klassischen als auch der modernen Musik. Derzeit ist sie Lehrerin für Orgel und Notenlehre an der Musikakademie von Welkenraedt sowie Pfarrorganistin.

Auf dem Programm des Konzerts von kommenden Sonntag stehen Orgelwerke von H.Fr. Micheelsen, Flor Peeters, J.S. Bach (u.a. Toccata und Fuge in d-moll, BWV 565) und J.G. Walther, sowie Gesänge von Stradella (Kirchenarie), Gounod (»Repentir«), W.A. Mozart (»Ave verum corpus«), Händel (das berühmte »Largo«) und Bizet (»Agnus Dei«).

Gründlich wiederhergestellt

Die historische Orgel von Walhorn ist das erste Instrument in der Deutschsprachigen Gemeinschaft, das unter Anwendung denkmalpflegerischer Prinzipien gründlich wiederhergestellt wurde. Sie wurde ursprünglich von den Eifeler Orgelbauer-Gebrüdern Müllern-Reifferscheid im Jahre 1859 erbaut. Herzliche Einladung ergeht an alle Musikfreunde. Der Eintritt ist frei. Es wird eine Kollekte abgehalten.

aus dem Grenz-Echo vom 13.05.03   nach oben


 
Beim St. Cäcilien Gesangverein Ein Orgelkonzert mit viel Gefühl
 
Am Samstagabend hatte der Kgl. St. Cäcilien Gesangverein Walhorn zu seinem diesjährigen Frühlingskonzert in die Pfarrkirche geladen. Es sollte eine hochkarätige Aufführung werden. Andreas Cremer eröffnete das Programm an der kürzlich restaurierten Müller-Orgel mit »Toccata et Fuga« von Johann Sebastian Bach.

Nach seinem Studium an den Musikhochschulen von Aachen und Köln und der Herausgabe von zwei CDs widmete sich der 33-jährige ostbelgische Vollblutmusiker der Komposition von Orgel-, Klavier- und Vokalwerken. Seine Vorliebe gilt jedoch der Improvisation auf der »Königin der Instrumente«. Als Journalist und Redakteur beim BRF bleibt ihm aber wenig Zeit für die Musik.
Diese nutzt er jedoch als Vertretungsorganist an der Orgel des Aachener Doms und bereist zudem Europa als Solist und Kammermusiker zu Orgel- und Klavierkonzerten.
Agnus Dei und Ave Maria
Der St. Cäcilien Gesangverein unter Leitung von Heinz Keutgen präsentierte a cappella vier klassische Werke, worunter das Agnus Dei von Johann K. Aiblinger und das Ave Maria aus der Feder des italienischen Komponisten Da Vittoria.
Hierbei wurde lediglich das Intro durch den Organisten in gekonnter Manier improvisiert. »Sometimes I feel like a motherless child« (Manchmal fühle ich mich wie ein mutterloses Kind), ein Arrangement eines Negro Spirituals von R. Fountain, beendete den ersten Teil des Auftritts des Gesangvereins mit einer Solopartie des Dirigenten und Tenors Heinz Keutgen.
Daher übernahm kurzfristig Christian Buschmann den Dirigentenstab.
Noch vor der kurzen Pause präsentierte Andreas Cremer drei Sätze aus der Sonate III in F-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach, der in die Fußstapfen seines berühmten Vaters J.S. Bach getreten war. Schon zur Halbzeit des Konzertes war das fachkundige Publikum von den gezeigten Leistungen sehr angetan.
In einem Wechselspiel zwischen Horn und Orgel, vorgetragen von Rudolph Meessen und Andreas Cremer, wurden zwei Sonaten von Luigi Cherubini zu Gehör gebracht.
Rudolph Meessen gelangte über die Musikakademien Eupen und Welkenraedt an das Lütticher Konservatorium, wo er sich neben seinem Jurastudium weiterbildete und mehrere Preise errang.
Unter anderem war er beim Wallonischen Kammerorchester tätig und wurde dort ein weitgereister Musiker.
Orgelvirtuose Andreas Cremer ließ seinen Gefühlen freien Lauf bei seiner Improvisation des Chorals »Lasst uns erfreuen herzlich sein« aus dem Gotteslob. Anschließend präsentierte sich der Chor von der Orgelbühne aus, was der Akustik in der Kirche nichts antat.
Wer wusste schon, dass Andrew Lloyd Webber, der Komponist von Musicals wie »Evita« und »Cats«, ein Requiem geschaffen hat? »Pie Jesu« aus der Feder des berühmten Briten, wurde mit Solopartien der beiden Sopranistinnen Marie-Claire Schifflers und Liliane Lardinois verfeinert.
Nach dem Psalm 150 von César Franck kam es zur Uraufführung eines besonderen Arrangements von Andreas Cremer.
Arrangement für Chor und Orgel
»Nun jauchzt dem Herren alle Welt« wurde speziell für Chor und Orgel arrangiert. Mit »Let the earth resound«, einem Werk, das Sally Albrecht für das Millennium 2000 in London schrieb, verabschiedete sich der Gesangverein und konnte auf ein gelungenes Konzert zurückblicken.
Ob der hohen Qualität der musikalischen und vokalen Beiträge fiel die Kritik des Publikums äußerst positiv aus, was den Verein sicherlich in Hinsicht auf die nächsten Konzerte anspornen wird. (rb)

aus dem Grenz-Echo vom 06.05.2003   nach oben


Eupener Organist trat gemeinsam mit Tenor Heinz Keutgen auf
Hans-Georg Reinertz an Walhorner Orgel
 

Die komplett restaurierte beziehungsweise rekonstruierte Müller-Orgel in der Walhorner Sankt Stephanus-Kirche

Walhorn
 

Im Rahmen eines dreiteiligen Konzertzyklus trat am vergangenen Sonntagabend in der Walhorner Pfarrkirche St. Stephanus der Eupener Organist Hans-Georg Reinertz gemeinsam mit dem Tenor Heinz Keutgen auf.

Während der Vertrag von Reinertz als Kirchenmusiker an St. Nikolaus vor wenigen Wochen nach über 30-jähriger Laufzeit nicht verlängert wurde (vgl. G-E vom 9. April), erhielt er an der komplett restaurierten Müller-Orgel die Gelegenheit, sein musikalisches Können zu demonstrieren. Die Walhorner Orgel, die 1859 von den Brüdern Joseph Christian und Michael der berühmten deutschen Orgelbauerdynastie Müller-Reifferscheid konstruiert wurde und 1914 auf pneumatischen Betrieb umgestellt wurde, befand sich noch Mitte der neunziger Jahre in einem desolaten Zustand.

Generalüberholung

Eine umfassende Restauration beziehungsweise teilweise Rekonstruktion durch einen Orgelbauer aus Francorchamps verlieh dem historischen Instrument ein generalüberholtes frisches Gesicht und das Klangbild kann sich nun endlich wieder hören lassen. Am Namenstag des heiligen Petrus wünschte Pastor Francois Palm dem Publikum eine »genussreiche Stunde« und man muss ihm nicht unbedingt prophetische Gaben attestieren, aber sein Wunsch war den Musikern Befehl. Leider war die Resonanz auf das Konzert nicht allzu groß und versammelten sich lediglich rund 70 Zuhörer in der Kirche. Überhaupt kann man konstatieren, dass Klassikkonzerte anscheinend, von den die Regeln bestätigenden Ausnahmen abgesehen, nahezu ausschließlich eine Angelegenheit für die älteren Semester zu sein scheinen. Auf dem Programm standen ein Dutzend vornehmlich kirchlicher Stücke, die entweder alleine von Hans-Georg Reinertz intoniert oder mit der Orgel als Hintergrund von Heinz Keutgen interpretiert wurden. Der Auftakt wurde mit der Toccata XI eines Meisters der barocken Instrumentalmusik Georg Muffat gemacht, ehe mit de Arie »Sei miei sospiri« des legendenumwobenen Italieners Alessandro Stradella ein erster Höhepunkt erreicht wurde. Von Stradella heißt es beispielsweise, dass er einem venezianischen Edelmann, in dessen Diesten er als Gesangslehrer stand, kurzerhand die Braut ausspannte. Dies wurde ihm von dem Verlobten nicht mit Dank vergolten, aber die auf Stradella angesetzten Mörder, die ihm vor einer Kirche auflauerten, sollen von seinem Orgelspiel so überwältigt gewesen sein, dass sie ihren finsteren Plan aufgaben. Jahre später fiel der Komponist dann einem anderen Mordversuch in Genua zum Opfer. Thematisch passend in diese ganz irdischen Probleme könnte Joseph Haydn's Arie des Uriel aus dem Oratorium die Schöpfung stehen: »Und Gott schuf den Mensch nach seinem Ebenbild.« Weiter heißt es dann »Und der Mensch wurde zur lebendigen Seele« diese lebendige Seele kann nach dem Spiel von Hans-Georg Reinertz auch als Metapher für die Walhorner Orgel verwendet werden. Die 6. Sonatine in C-Dur für Orgel von Mozart weist im ersten Satz (Allegro) eine gewisse Verwandtschaft mit dem Grundthema der kleinen Nachtmusik auf. Bei diesem Stück bewies übrigens ein Teil des Publikums seinen musikalischen »Sachverstand«, als es bereits nach dem ersten von vier Sätzen applaudierte und analog dazu, nach dem tatsächlichen Schlussakkord, sekundenlang zögerte. Vielleicht befanden sich die Leute aber auch schon in gespannter Erwartung von Felix Mendelssohn-Bartholdy, dessen »Stricke des Todes sie umfingen«. Aber auch die dunkelste Nacht nimmt einmal ein Ende und so konnten die Zuhörer beim »Ave Maria« von César Franck und George Bizet's »Agnus Dei« sich wieder etwas entspannter zurücklehnen. Wobei nicht wenige es anscheinend etwas ungewohnt fanden, die Musiker nicht frontal vor sich zu sehen, sondern hinter sich auf der Orgelbühne zu wissen, weswegen immer wieder die Hälse verrenkt wurden, um zumindest einen kurzen Blick auf Reinertz und Keutgen zu erhaschen.

Zog alle Register

Wer dann aber bei dem harmlos klingenden Titel »Fantasie für Orgel« von Johann Baptist Kucharcz auf ein besinnliches Ende hoffte, lag falsch. Der Organist zog noch ein letztes Mal alle Register und speziell der stetig repetierte, eindringliche Akkord bewirkte beim Publikum am fortgeschrittenen Abend einen Hallo-Wach-Effekt. Der Konzert-Zyklus wird am 18. Mai mit Marielle Weickmans-Stommen an der Orgel und dem Tenor Serge Bosch fortgesetzt

aus dem Grenz-Echo vom 30.04.03   nach oben



Am Sonntag, 27. April um 19.30 Uhr, findet in der Walhorner Pfarrkirche St. Stephanus das erste Konzert im Rahmen einer Veranstaltungsreihe um die historische Orgel dieser Kirche statt. Dieses wird durch den Walhorner Tenor Heinz Keutgen und den Eupener Organisten Hans-Georg Reinertz gestaltet.

Auf dem Programm stehen Werke von Georg Muffat (10. Toccata aus »Apparatus musico-organisticus«), Alessandro Stradella (Kirchenarie), Josef Haydn (Arie des Uriel aus »Die Schöpfung«), Wolfgang Amadeus Mozart (Sonatine VI in C-Dur), Felix Mendelssohn-Bartholdy (2 Arien aus »Lobgesang«), César Franck (»Ave Maria«), Alexandre Guilmant, Georges Bizet (»Agnus Dei«) und Jan Krtitel Kuchar (Fantasie für Orgel).

Die historische Orgel von Walhorn ist das erste Instrument in der Deutschsprachigen Gemeinschaft, das unter Anwendung denkmalpflegerischer Prinzipien gründlich wiederhergestellt wurde. Sie wurde ursprünglich von den Gebrüdern Müllern-Reifferscheid im Jahre 1859 erbaut.

Diese Orgelbauer wirkten über 110 Jahre im Gebiet zwischen Rhein und Maas und erstellten dort zahlreiche Orgelbauten. Im Jahre 1914 wurde das Instrument von Walhorn durch den letzten Vertreter dieser Eifeler Orgelbauerdynastie, Eduard Müller (gest. 1915), auf pneumatischen Spielbetrieb umgebaut. Nachdem das Instrument in den neunziger Jahren einen nahezu desolaten Zustand erreicht hatte, wurde es in den Jahren 2001 und 2002 von der Firma Orgelbau A. Thomas aus Ster-Francorchamps gründlich restauriert bzw. rekonstruiert.

Am Sonntag, 18. Mai, wird der Zyklus durch Serge Bosch, Tenor, und Marielle Weickmans-Stommen, Orgel, fortgesetzt. Das dritte Konzert dieser Reihe findet am Pfingstsonntag, 8. Juni, unter Mitwirkung von Gerard Hamers, Trompete, und Fabienne Crutzen, Orgel, statt. Der Eintritt ist frei, es wird eine Kollekte abgehalten.

Weitere Informationen unter musicavivaeupen@skynet.be


An der Ende letzten Jahres renovierten historischen Müllerorgel der Walhorner Pfarrkirche St. Stephanus findet nun ein drei Konzerte umfassender Orgelzyklus statt.

Aus dem Grenz-Echo vom 23.04.03   nach oben


Walhorner Pfarrgemeinde überraschte Pfarrer François Palm
20-jähriges Priesterjubiläum wurde nicht vergessen
 

Die Walhorner Pfarrgemeinde feierte am gestrigen Sonntag ihren Pfarrer François Palm. Anlass dafür war das 20-jährige Priesterjubiläum des aus Membach stammenden Bischofsvikars. Am 6. Februar 1983 war der damals 38-Jährige zum Priester geweiht worden. Überraschung Dieses Jubiläum musste gefeiert werden – in dieser Frage war sich die Walhorner Pfarrgemeinde einig.

Einzig und allein der Jubilar wurde im Dunkeln gelassen – bis zum Beginn der Sonntagsmesse war er völlig ahnungslos.
Um so größer war dann die Überraschung des Seelsorgers, als der Walhorner Kirchenchor von der Orgelbühne den Gottesdienst mit einem Lied eröffnete. Und noch größer war das Erstaunen des Bischofsvikars, als nach der Kommunion zahlreiche Walhorner Kinder ihrem Pastor weiße Rosen überreichten. Anschließend ergriff José Grommes, Präsident der Kgl. Harmonie Walhorn, das Wort. Er bedankte sich stellvertretend für alle Walhorner Vereine bei François Palm, der seit knapp 17 Jahren Pfarrer in Walhorn ist: »Wann immer man Ihnen begegnet, dann spürt man Ihre innere Berufung. Was Sie für Walhorn geleistet haben, das kann man nicht in Worte fassen. Ein Dankeschön reicht da nicht aus.«
Kleiner Empfang
Gerührt und sichtlich bewegt, nahm der Walhorner Pfarrer den Ball auf und ... spielte ihn sogleich wieder zurück: »Die Überraschung ist wirklich gelungen. Damit habe ich nicht gerechnet.« Und dann fügte der 58-Jährige hinzu: »Auch ich bin euch zu großem Dank verpflichtet: Ihr habt mir geholfen, das zu werden, was ich heute bin. Dafür bin ich euch sehr dankbar.«
Nach dem Gottesdienst fand im Pfarrhaus ein kleiner Empfang statt, bei dem die Walhorner mit ihrem Pastor auf das ein oder andere Glas anstoßen konnten.


Die Kinder der Pfarre überreichten dem Herrn Pastor weiße Rosen zu seinem Jubiläum.

Aus dem Grenz-Echo vom 12.02.03   nach oben

 

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