Die Orgel in der Walhorner Pfarrkirche


Eupener Organist trat gemeinsam mit Tenor Heinz Keutgen auf
Hans-Georg Reinertz an Walhorner Orgel
 

Die komplett restaurierte beziehungsweise rekonstruierte Müller-Orgel in der Walhorner Sankt Stephanus-Kirche

Walhorn
 

Im Rahmen eines dreiteiligen Konzertzyklus trat am vergangenen Sonntagabend in der Walhorner Pfarrkirche St. Stephanus der Eupener Organist Hans-Georg Reinertz gemeinsam mit dem Tenor Heinz Keutgen auf.

Während der Vertrag von Reinertz als Kirchenmusiker an St. Nikolaus vor wenigen Wochen nach über 30-jähriger Laufzeit nicht verlängert wurde (vgl. G-E vom 9. April), erhielt er an der komplett restaurierten Müller-Orgel die Gelegenheit, sein musikalisches Können zu demonstrieren. Die Walhorner Orgel, die 1859 von den Brüdern Joseph Christian und Michael der berühmten deutschen Orgelbauerdynastie Müller-Reifferscheid konstruiert wurde und 1914 auf pneumatischen Betrieb umgestellt wurde, befand sich noch Mitte der neunziger Jahre in einem desolaten Zustand.

Generalüberholung

Eine umfassende Restauration beziehungsweise teilweise Rekonstruktion durch einen Orgelbauer aus Francorchamps verlieh dem historischen Instrument ein generalüberholtes frisches Gesicht und das Klangbild kann sich nun endlich wieder hören lassen. Am Namenstag des heiligen Petrus wünschte Pastor Francois Palm dem Publikum eine »genussreiche Stunde« und man muss ihm nicht unbedingt prophetische Gaben attestieren, aber sein Wunsch war den Musikern Befehl. Leider war die Resonanz auf das Konzert nicht allzu groß und versammelten sich lediglich rund 70 Zuhörer in der Kirche. Überhaupt kann man konstatieren, dass Klassikkonzerte anscheinend, von den die Regeln bestätigenden Ausnahmen abgesehen, nahezu ausschließlich eine Angelegenheit für die älteren Semester zu sein scheinen. Auf dem Programm standen ein Dutzend vornehmlich kirchlicher Stücke, die entweder alleine von Hans-Georg Reinertz intoniert oder mit der Orgel als Hintergrund von Heinz Keutgen interpretiert wurden. Der Auftakt wurde mit der Toccata XI eines Meisters der barocken Instrumentalmusik Georg Muffat gemacht, ehe mit de Arie »Sei miei sospiri« des legendenumwobenen Italieners Alessandro Stradella ein erster Höhepunkt erreicht wurde. Von Stradella heißt es beispielsweise, dass er einem venezianischen Edelmann, in dessen Diesten er als Gesangslehrer stand, kurzerhand die Braut ausspannte. Dies wurde ihm von dem Verlobten nicht mit Dank vergolten, aber die auf Stradella angesetzten Mörder, die ihm vor einer Kirche auflauerten, sollen von seinem Orgelspiel so überwältigt gewesen sein, dass sie ihren finsteren Plan aufgaben. Jahre später fiel der Komponist dann einem anderen Mordversuch in Genua zum Opfer. Thematisch passend in diese ganz irdischen Probleme könnte Joseph Haydn's Arie des Uriel aus dem Oratorium die Schöpfung stehen: »Und Gott schuf den Mensch nach seinem Ebenbild.« Weiter heißt es dann »Und der Mensch wurde zur lebendigen Seele« diese lebendige Seele kann nach dem Spiel von Hans-Georg Reinertz auch als Metapher für die Walhorner Orgel verwendet werden. Die 6. Sonatine in C-Dur für Orgel von Mozart weist im ersten Satz (Allegro) eine gewisse Verwandtschaft mit dem Grundthema der kleinen Nachtmusik auf. Bei diesem Stück bewies übrigens ein Teil des Publikums seinen musikalischen »Sachverstand«, als es bereits nach dem ersten von vier Sätzen applaudierte und analog dazu, nach dem tatsächlichen Schlussakkord, sekundenlang zögerte. Vielleicht befanden sich die Leute aber auch schon in gespannter Erwartung von Felix Mendelssohn-Bartholdy, dessen »Stricke des Todes sie umfingen«. Aber auch die dunkelste Nacht nimmt einmal ein Ende und so konnten die Zuhörer beim »Ave Maria« von César Franck und George Bizet's »Agnus Dei« sich wieder etwas entspannter zurücklehnen. Wobei nicht wenige es anscheinend etwas ungewohnt fanden, die Musiker nicht frontal vor sich zu sehen, sondern hinter sich auf der Orgelbühne zu wissen, weswegen immer wieder die Hälse verrenkt wurden, um zumindest einen kurzen Blick auf Reinertz und Keutgen zu erhaschen.

Zog alle Register

Wer dann aber bei dem harmlos klingenden Titel »Fantasie für Orgel« von Johann Baptist Kucharcz auf ein besinnliches Ende hoffte, lag falsch. Der Organist zog noch ein letztes Mal alle Register und speziell der stetig repetierte, eindringliche Akkord bewirkte beim Publikum am fortgeschrittenen Abend einen Hallo-Wach-Effekt. Der Konzert-Zyklus wird am 18. Mai mit Marielle Weickmans-Stommen an der Orgel und dem Tenor Serge Bosch fortgesetzt

aus dem Grenz-Echo vom 30.04.03   nach oben


Am Sonntag, 27. April um 19.30 Uhr, findet in der Walhorner Pfarrkirche St. Stephanus das erste Konzert im Rahmen einer Veranstaltungsreihe um die historische Orgel dieser Kirche statt. Dieses wird durch den Walhorner Tenor Heinz Keutgen und den Eupener Organisten Hans-Georg Reinertz gestaltet.

Auf dem Programm stehen Werke von Georg Muffat (10. Toccata aus »Apparatus musico-organisticus«), Alessandro Stradella (Kirchenarie), Josef Haydn (Arie des Uriel aus »Die Schöpfung«), Wolfgang Amadeus Mozart (Sonatine VI in C-Dur), Felix Mendelssohn-Bartholdy (2 Arien aus »Lobgesang«), César Franck (»Ave Maria«), Alexandre Guilmant, Georges Bizet (»Agnus Dei«) und Jan Krtitel Kuchar (Fantasie für Orgel).

Die historische Orgel von Walhorn ist das erste Instrument in der Deutschsprachigen Gemeinschaft, das unter Anwendung denkmalpflegerischer Prinzipien gründlich wiederhergestellt wurde. Sie wurde ursprünglich von den Gebrüdern Müllern-Reifferscheid im Jahre 1859 erbaut.

Diese Orgelbauer wirkten über 110 Jahre im Gebiet zwischen Rhein und Maas und erstellten dort zahlreiche Orgelbauten. Im Jahre 1914 wurde das Instrument von Walhorn durch den letzten Vertreter dieser Eifeler Orgelbauerdynastie, Eduard Müller (gest. 1915), auf pneumatischen Spielbetrieb umgebaut. Nachdem das Instrument in den neunziger Jahren einen nahezu desolaten Zustand erreicht hatte, wurde es in den Jahren 2001 und 2002 von der Firma Orgelbau A. Thomas aus Ster-Francorchamps gründlich restauriert bzw. rekonstruiert.

Am Sonntag, 18. Mai, wird der Zyklus durch Serge Bosch, Tenor, und Marielle Weickmans-Stommen, Orgel, fortgesetzt. Das dritte Konzert dieser Reihe findet am Pfingstsonntag, 8. Juni, unter Mitwirkung von Gerard Hamers, Trompete, und Fabienne Crutzen, Orgel, statt. Der Eintritt ist frei, es wird eine Kollekte abgehalten.

Weitere Informationen unter musicavivaeupen@skynet.be


An der Ende letzten Jahres renovierten historischen Müllerorgel der Walhorner Pfarrkirche St. Stephanus findet nun ein drei Konzerte umfassender Orgelzyklus statt.

Aus dem Grenz-Echo vom 23.04.03   nach oben


Vor der Restaurierung:

Im Jahre 1809 wurde in unserer Pfarrkirche die erste Orgel aufgestellt. Sie hatte vorher bereits 20 Jahre in einem Aachener Kapuzinerkloster gedient. Schon im Jahre 1847 war eine Erneuerung erforderlich. Damals wurden die Gebrüder Müller aus Reifferscheidt beauftragt, ein neues Instrument für unsere Kirche zu bauen. 1914 wurde diese „mechanische Schleifladenorgel“ pneumatisiert und das Orgelwerk völlig neu angelegt. Während alle von der Vorgängerorgel übernommenen Teile aus bestem Eichenholz waren, wurde insbesondere für die Herstellung des neuen Pedalgehäuses und sämtliche Laden einfaches Tannenholz verwandt. Bis heute ist das Pfeifenwerk in recht gutem Zustand. Einige Pfeifen aus dem 19. Jh., insbesondere die Diskantpfeifen sind von der „Zinnpest“ befallen. Alle Laden sind stark vom Holzwurm zerfressen, der auch die aus Tannenholz bestehenden Gehäuseteile und einige der Holzpfeifen heimgesucht hat.

Wer noch Text- und Bildmaterial von der Restaurierung unserer Orgel hat möchte es mir bitte zusenden, damit ich es hier für alle zugänglich machen kann.
 


-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Pottjewijd [mailto:pottjewijd@home.nl]
Gesendet: Samstag, 26. Juli 2003 19:56

Betreff: Link nach Ihre Webseite

Beste Stephan Laschet,

Wir haben einen  Link gemacht für die Niederländische Organistenverein http://www.hetorgel.nl (Links Belgium) Walhorn, Pfarre St. Stephanus

Freundlichen Grüssen, Hartelijke groeten

Geert Jan Pottjewijd
De Woert 12
9411LZ Beilen
Nederland/Netherlands
Webmaster het Orgel (KNOV): http://www.hetorgel.nl
Webmaster Musikgeschäft Boeijenga: http://www.muziekhandel-boeijenga.htm (Spezialisiert in Orgel)
Homepage Organs of Arp Schnitger:  http://www.arpschnitger.nl
Homepage: Organs in Drenthe: http://www.orgelsindrenthe.nl
E-Mail: pottjewijd@home.nl
Telefon: 0031-593-524922


 

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